EU-Bildungsprojekt mit Siedle
Furtwangen, 26.03.2014
PH Freiburg kooperiert mit Furtwanger Unternehmen

Ein neues Projekt der Europäischen Union soll Lehrern dabei helfen, Mathematik praxisorientiert zu vermitteln. Die Pädagogische Hochschule Freiburg entwickelt dafür ein Fortbildungskonzept gemeinsam mit Siedle. Ab Herbst starten die Lehrerfortbildungen im Furtwanger Unternehmen.


„Mathe? Brauch’ ich doch nie wieder!“

Dass Mathematik später nicht mehr gebraucht wird, ist unter Schülern eine weit verbreitete Ansicht. Das ist ein Irrtum, wie ein europäisches Projekt nun zeigen will. Der Weg geht über die Fortbildung der Lehrer. Diese erfahren in ausgewählten Unternehmen, wozu Mathematik im Berufsalltag gebraucht wird; bei logistischen Fragestellungen beispielsweise oder in der Metallverarbeitung.

Das internationale Projekt leitet Prof. Dr. Katja Maaß von der Pädagogischen Hochschule Freiburg; für Deutschland ist Siedle Kooperationspartner. Ausbildungsleiter Michael Schonhardt erarbeitet derzeit mit dem Projektteam der PH Freiburg die Inhalte der Lehrerfortbildung. Ziel ist, den Matheunterricht spannender zu gestalten und Einblicke in die entsprechenden Berufsfelder zu vermitteln.

Mathematik zum Anfassen

„Es geht um Mathematik zum Anfassen, darum, Mathematik begreifbar und für die Schüler relevant zu machen, anstatt nur abstrakte Formeln zu präsentieren“, erläutert Dr. Katja Maaß. An „mascil – mathematics and science for life“ nehmen Universitäten und Institute aus insgesamt 13 Ländern teil. Auf Ausbildungsleiter Michael Schonhardt war Maaß aktiv zugekommen, denn er ist bekannt für seinen wissenschaftlich gestützten, handlungsorientierten Ansatz.

Das Projektteam entwickelt nun gemeinsam mit Michael Schonhardt und Mechanik-Ausbilderin Simone Jeschke praxisorientierte Aufgaben für forschendes Lernen. Ein Beispiel ist das Biegen einer Rohrschelle, die ein Rohr mit einem definierten Durchmesser halten soll: „Das klingt auf den ersten Blick banal, aber daraus hat sich eine hochspannende Aufgabe entwickelt“, so Michael Schonhardt. Denn ohne Rechnen geht hier gar nichts, wie die Mitglieder des Projektteams beim Selbstversuch ganz schnell feststellen. Im Gegenteil: Geometrie, Kreis- und Längenberechnung sind erforderlich, um verschiedene Metallarten und -stärken exakt und möglichst rationell in die richtige Form zu bringen.

Die Erkenntnisse, die sie bei Siedle gewinnen, nehmen die Lehrer dann ab Herbst in ihren Unterricht mit. Ziel ist, den Schülern einen Aha-Effekt zu vermitteln: Mathematik braucht man eben doch. Und spannend kann sie auch sein.

Bildunterschriften:
Oben: Ausbildungsleiter Michael Schonhardt erläutert Dr. Katja Maaß von der Pädagogischen Hochschule Freiburg sein Konzept für die Lehrerfortbildung.

Mitte:Mathematik zum Anfassen: Siedle und das Projektteam der Pädagogischen Hochschule Freiburg bereiten gemeinsam Aufgaben für die Fortbildung von Lehrern vor. Von links: Ausbildungsleiter Michael Schonhardt, Projektleiterin Dr. Katja Maaß, Karen Reiz-Koncebovski (PH Freiburg), Mechanik-Ausbilderin Simone Jeschke und Anika Weihberger (PH Freiburg).

Unten:Mathematik in der Praxis: Für das Biegen einer Rohrschelle braucht man Geometrie, Kreis- und Längenberechnung.

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